{"id":232,"date":"2019-01-14T17:21:46","date_gmt":"2019-01-15T01:21:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernadettecalonego.com\/de\/?page_id=232"},"modified":"2019-02-08T10:19:37","modified_gmt":"2019-02-08T18:19:37","slug":"auszug-oh-wie-schon-ist-kanada","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.bernadettecalonego.com\/de\/bucher\/oh-wie-schon-ist-kanada\/auszug-oh-wie-schon-ist-kanada\/","title":{"rendered":"Auszug: Oh, wie sch\u00f6n ist Kanada!"},"content":{"rendered":"\n<p>Erstes Kapitel des Buches \u201cOh, wie sch\u00f6n ist Kanada!\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>von Bernadette Calonego<\/p>\n\n\n\n<p>Copyright Ullstein Buchverlage 2011<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00bbDas ist Kanada, nicht der Kongo!\u00ab<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4re ich nicht so aufgebracht, w\u00fcrde ich den Mann vor mir gr\u00fcndlich abtasten. Er muss ein Trugbild sein. Wenn ich ihn mit meinen Fingern ber\u00fchre, wird er sich bestimmt aufl\u00f6sen wie eine Fata Morgana. Der tief in die Stirn gezogene breitrandige Hut, die Muskeln an den Unterarmen, die breiten Schultern, die gebogenen Spitzen der Stiefel. Das gebr\u00e4unte Gesicht mit den m\u00e4nnlichen Falten. Und diese Jeans, meine G\u00fcte!<\/p>\n\n\n\n<p>Er sieht genau so aus, wie sich Lieschen M\u00fcller einen Cowboy vorstellt. Ein wandelndes Klischee, die H\u00e4nde in die H\u00fcften gestemmt, einen Kaugummi im Mund. Vor Klischees f\u00fcrchtet sich meine Journalistenseele wie der Teufel vorm Weihwasser. Klischees bedeuten immer \u00c4rger. Meine Finger zucken, aber dann rastet meine Selbstdisziplin wieder ein. Siebzehn Jahre Redaktionsdrill sind nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Das \u00dcber-Ich meldet sich. Meine Teure, du bist nicht als Journalistin hier. Du bist auf Urlaub, h\u00f6rst du? U-R-L-A-U-B. Entspannung, Erholung, einfach mal wegtreten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wegtreten. Genau. Ich trete einige Schritte von dem Cowboy weg, der auf seinen Stiefeln wippt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbSie sind also Ankes Freundin aus Deutschland, die noch nie einen B\u00e4ren gesehen hat?\u00ab, fragt er, die Beine gespreizt, als s\u00e4\u00dfe er auf einem Pferd. Dieser Typ hat \u00fcberhaupt nicht die Absicht, sich aufzul\u00f6sen wie eine Fata Morgana.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbEinen lebenden B\u00e4ren\u00ab, korrigiere ich ihn. \u00bbUnd Sie, haben Sie schon mal ein lebendes Krokodil gesehen?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Cowboy stutzt einen Moment, dann lacht er. \u00bbSie sind genau wie Anke, Sie w\u00e4ren imstande, einen schweren Laster umzublasen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Namen Anke h\u00e4tte ich nicht nur einen Laster umblasen, sondern Feuer speien k\u00f6nnen. Meine alte Schulfreundin ist schuld daran, dass ich schon seit zweieinhalb Stunden in der kanadischen Provinz British Columbia festsitze. Auf einem Flughafen, der diesen Namen gar nicht verdient. Au\u00dfer einer Auswahl von f\u00fcnfzig Sorten Kartoffelchips und Getr\u00e4nken, die wie billiges Shampoo aussehen, gibt es nichts zu kaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDie deutschen M\u00e4dchen, die hier leben\u00ab, sagt der Cowboy, \u00bbsind wirklich&nbsp;\u2013\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWo ist Anke?\u00ab, unterbreche ich ihn. Verdutzt schiebt er seinen Hut einen Zentimeter himmelw\u00e4rts.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbSie konnte nicht weg, deswegen bin ich hier. Ich bin Jake. Ist das Ihr Gep\u00e4ck?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Blick f\u00e4llt auf meine zwei Koffer. Er h\u00f6rt auf zu kauen. \u00bbIch hoffe, da ist nichts als deutsches Bier drin. Haben Sie eigentlich noch Kleider in Deutschland gelassen oder gleich alles mitgenommen?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht h\u00e4tte ich mich in diesem Augenblick umdrehen und mit der n\u00e4chsten Maschine nach Vancouver zur\u00fcckfliegen sollen. Dann w\u00e4re mir einiges erspart geblieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Beispiel die blutige Sauerei auf der Ladefl\u00e4che des Pick-up-Trucks, der vor dem Flughafengeb\u00e4ude auf uns wartet. Jake sieht die Abscheu auf meinem Gesicht und grinst. \u00bbWir haben einen dritten Passagier. Er tut Ihnen aber nichts.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Zu sp\u00e4t. Mir dreht sich bereits der Magen um. Ein totes Tier liegt dort, der Kopf mitsamt dem Geweih abgetrennt. Blut rinnt aus dem offenen Maul, die Zunge h\u00e4ngt heraus. Die Augen dunkel und starr. Zerrissenes Fleisch zwischen braunem Fell.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schlie\u00dfe die Augen. Als ich sie wieder \u00f6ffne, hievt Jake die Koffer auf die hintere Sitzreihe des Pick-ups.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbSteigen Sie schon mal vorne ein\u00ab, ruft er.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich \u00f6ffne die T\u00fcr und bleibe wie angewurzelt stehen. Auf dem Sitz liegt ein Gewehr, der Lauf auf mich gerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie von der Tarantel gestochen umrunde ich den Pick-up.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbHalt! Halt!\u00ab, rufe ich und strecke die Handfl\u00e4che nach vorne, als m\u00fcsste ich den Sto\u00dfverkehr in Frankfurt stoppen. Ich stamme aus Frankfurt und wei\u00df, dass es kein Mittel gegen den Sto\u00dfverkehr gibt. Aber vielleicht kann ich etwas gegen dreiste Cowboys tun.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWoher wei\u00df ich eigentlich, wer Sie sind?\u00ab, sage ich. \u00bbVielleicht hat Anke Sie gar nicht geschickt.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Jake, der gerade den zweiten Koffer hochstemmen wollte, l\u00e4sst ihn wieder sinken. Er nimmt seinen Hut vom Kopf, streicht sich \u00fcbers volle braune Haar und setzt ihn dann mit beiden H\u00e4nden wieder auf. Wie mir sp\u00e4ter klar wird, ist es eine Angewohnheit, um Zeit zu gewinnen, ohne die Selbstbeherrschung zu verlieren.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWer soll ich denn sein?\u00ab, fragt er schlie\u00dflich.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich ringe um die Antwort. Gail hat mich auf alles M\u00f6gliche vorbereitet, aber nicht auf wildbretjagende Cowboys. Sie riet mir stattdessen, mich von den Horrorgeschichten wohlmeinender Kanadier nicht beeindrucken zu lassen. \u00bbSie erz\u00e4hlen dir von aggressiven B\u00e4ren und von Pumas, die Kinder \u00fcberfallen\u00ab, hat sie mich gewarnt, \u00bbvon Kojoten, die kleine H\u00fcndchen von der Leine weg fressen, und dann, wenn du dich nicht mehr in die Wildnis traust, sagen sie: Keine Bange, es kann dir doch nichts passieren.\u00ab Gail ist Kanadierin und muss es schlie\u00dflich wissen. Ich habe sie auf einer Veranstaltung der Deutsch-Kanadischen Gesellschaft in Frankfurt kennengelernt. Gail ist mit einem Deutschen verheiratet und isst mindestens einmal die Woche Kartoffelpuffer mit Apfelmus.<\/p>\n\n\n\n<p>Jake sieht mich immer noch fragend an. Ich klammere mich an meine Tasche mit dem deutschen Pass und stammle: \u00bbIch&nbsp;\u2026 ich kenne Sie nicht&nbsp;\u2026 und Sie haben ein Gewehr im Truck.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Jake sch\u00fcttelt langsam den Kopf. \u00bbDas ist mein Jagdgewehr, Fraulein. Alle haben hier ein Jagdgewehr. Selbst Anke hat eins.\u00ab Er sagt \u00bb\u00c4nky\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bewege mich nicht von der Stelle und schweige.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbM\u00e4dchen, Sie haben keine andere Wahl, als mit mir zu kommen. Die Hotels in der Gegend sind voll, wegen des Rodeos. Der R\u00fcckflug nach Vancouver ist weg. Und Anke w\u00fcrde mich erschie\u00dfen, wenn ich ohne Sie k\u00e4me. Mit dem Jagdgewehr.\u00ab Er fasst den zweiten Koffer und zwinkert vielsagend. Dann knallt er die hintere T\u00fcr zu.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbBeruhigen Sie sich. Das hier ist nicht der Kongo, das ist Kanada.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbUnd Sie sind nicht Crocodile Dundee, sondern ein&nbsp;\u2013\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Das Surren meines Handys unterbricht mich. Ich fische es aus der Tasche.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWo seid ihr? Ist alles okay? Ist Jake bei dir?\u00ab Eine weibliche Stimme. Unverkennbar Anke.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Rest des Gespr\u00e4chs m\u00f6chte ich lieber nicht dokumentiert sehen. Wir sind kurz davor, uns zu streiten. Ihren letzten Satz k\u00f6nnte ich ihr heute noch um die Ohren hauen: \u00bbHimmel, Kind\u00ab, br\u00fcllt sie, \u00bbstell dich doch nicht so an! Du bist in Kanada!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist immer dasselbe. Wenn man vorsichtig ist, stellt man sich an. Aber wenn man Risiken eingeht, hei\u00dft es hinterher: Wie konntest du nur so unvorsichtig sein!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich gebe auf und nehme Platz auf dem Beifahrersitz. Das Gewehr hat Jake neben den Hirschkopf auf die Ladefl\u00e4che gelegt. Ich wei\u00df nicht, ob das den Beh\u00f6rden gefallen w\u00fcrde, aber wenigstens ist es au\u00dfer Sichtweite. H\u00e4tte ich meinen Laptop aktivieren k\u00f6nnen, dann h\u00e4tte ich jetzt die kanadische Kriminalit\u00e4tsrate mit der deutschen verglichen, damit ich nicht mehr so dumm dastehe.<\/p>\n\n\n\n<p>Jake h\u00e4lt zehn Minuten sp\u00e4ter vor einer Tim-Hortons-Filiale und kommt kurz darauf mit Kaffee und Doughnuts zur\u00fcck. \u00bbSehen Sie, so nett sind wir Kanadier\u00ab, sagt er und grinst.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum ersten Mal l\u00e4chle ich zur\u00fcck. \u00bbJa, ich wei\u00df, in Kanada laufen alle Leute mit einem Heiligenschein herum.\u00ab Der Kaffeeduft stimmt mich beinahe vers\u00f6hnlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Gail hat mir erz\u00e4hlt, dass Tim Hortons nicht nur eine Schnellimbisskette ist, sondern eine kanadische Institution. Das Unternehmen geh\u00f6rt zwar inzwischen einem amerikanischen Konzern und hatte deswegen seinen Gesch\u00e4ftssitz vor\u00fcbergehend in die USA verlegt, aber das war nur von kurzer Dauer, und die Zentrale befindet sich heute wieder in Kanada. Selbst die Soldaten in Kandahar w\u00fcrden mit Kaffee von Tim Hortons versorgt, hatte Gail erw\u00e4hnt. Burger King und Pizza Hut wurden vom Oberkommandierenden der Nato aus dem afghanischen Hauptquartier verbannt. Aber Tim Hortons durfte bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Gedanke h\u00e4tte vielleicht meine Kampfbereitschaft st\u00e4rken sollen. Aber als mir Jake einen Doughnut in die Hand dr\u00fcckt, bin ich schon so geschw\u00e4cht vor Hunger, dass ich bald den Hirsch hinter mir angeknabbert h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbLangen Sie ruhig zu\u00ab, sagt er, \u00bbwir werden drei Stunden unterwegs sein, und unterwegs gibt\u2019s keinen Laden.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Drei Stunden! Ohne Laden! Auch das hat mir Anke verschwiegen. Zugegeben, sie hatte am Telefon von \u00bbabgeschieden\u00ab gesprochen, aber ich hatte nur \u00bbRuhe, Natur, Einkehr\u00ab verstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfer Fehler, du h\u00e4ttest nachfragen sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jake stellt meinen Kaffeebecher in eine Vertiefung zwischen den Sitzen. \u00bbDas ist das wichtigste Accessoire in einem kanadischen Wagen\u00ab, sagt er und steuert den Pick-up auf eine Landstra\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbMan hat es erfunden, weil der Kaffee so hei\u00df ist\u00ab, sage ich und reibe mir die Hand.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbFalsch, das hier ist f\u00fcr die Bierdosen gedacht. Kaffee trinke ich nur mit deutschen M\u00e4dchen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbFrauen\u00ab, korrigiere ich ihn.<\/p>\n\n\n\n<p>Er sieht mich von der Seite an. \u00bbSeid ihr deutschen Ladys immer so auf Konfrontationskurs?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWarum?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbIhr seid so&nbsp;\u2026 direkt.\u00ab Er spuckt das Wort aus wie eine faule Kirsche.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wei\u00df nicht, worauf er hinaus will. \u00bbWas hei\u00dft direkt?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbNun&nbsp;\u2026 das ist schwierig zu erkl\u00e4ren. Anke ist auch so, die sagt immer, was sie denkt.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbSoll ich etwa sagen, was ich nicht denke?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbNun&nbsp;\u2026 vielleicht&nbsp;\u2026\u00ab Der Cowboy verstummt.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Augenblick ahne ich nicht, dass ich die wenig schmeichelhafte Bedeutung des Wortes \u00bbdirekt\u00ab noch fr\u00fch genug lernen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich versuche vergeblich, meinen Kaffee zu trinken, denn wir holpern jetzt \u00fcber eine Lehmstra\u00dfe mit der Topographie einer K\u00e4sereibe. Der aufgeweichte Untergrund ist voller Schlagl\u00f6cher, Wasserrinnen, Steine und flacher T\u00fcmpel. Bei jedem H\u00fcpfer f\u00fcrchte ich, Jake unfreiwillig um den Hals zu fallen. Eine Vorstellung, die mir weniger peinlich ist, als sie eigentlich sein sollte. Jake dreht das Radio auf, laute Countrymusic f\u00fcllt den Pick-up.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbAch, das ist noch gar nichts\u00ab, br\u00fcllt er. \u00bbNach einem Regen kann man hier im Sumpf steckenbleiben. Sie haben hoffentlich Gummistiefel dabei!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Hab ich nat\u00fcrlich nicht. Aber das will ich ihm nicht gleich unter die Nase reiben. Seine ist \u00fcbrigens gerade und m\u00e4nnlich, stelle ich fest. Irgendwer hat bestimmt Gummistiefel f\u00fcr mich. Und so lasse ich zum ersten Mal ein Wort fallen, das mich wie eine Zauberformel \u00fcber viele kanadische Kommunikationsfallen hinwegtragen wird. Man umgeht damit H\u00f6flichkeitsfloskeln und langatmige Argumente. Es l\u00e4sst einen freundlich, angepasst und souver\u00e4n erscheinen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbSure\u00ab, sage ich, mindestens so nonchalant, wie ich in Deutschland \u00bbNa klar\u00ab sagen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Und siehe da, Simsalabim, taut Jake auf und erz\u00e4hlt mir, dass er seit drei Jahren auf Ankes und Carls Ranch mit den Pferden arbeitet, allerdings nur im Sommer, im Winter f\u00e4hrt er Lastwagen im Norden Kanadas. Irgendwann wolle er sich auch eine Ranch kaufen, sagt er, aber die Landpreise in Kanada seien kr\u00e4ftig angestiegen. Von Anke wei\u00df er, dass British Columbia zweieinhalbmal so gro\u00df ist wie Deutschland. Aber hier leben nur knapp f\u00fcnf Menschen pro Quadratkilometer. In B.\u2005C. geh\u00f6rt das meiste Land, vor allem die W\u00e4lder, der Regierung. \u00bbCrown Land\u00ab nennt es Jake, als ob es immer noch in der Hand der britischen Krone w\u00e4re wie zu den Zeiten, als Kanada eine britische Kolonie war. Die Regierung, klagt Jake, \u00fcberlasse das Land nur Bergbaukonzernen und Holzunternehmen statt armen Schluckern wie ihm.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir fahren jetzt an zwei waldges\u00e4umten Seen entlang. Die Stra\u00dfe wird noch holpriger, dichter Busch begrenzt die Sicht auf beiden Seiten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbUnd warum sind Sie nach Kanada gekommen?\u00ab, fragt Jake nach einer Weile.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDas erz\u00e4hle ich Ihnen nur, wenn Sie die Musik leiser drehen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Er tut es umgehend. Aber eigentlich kann ich ihm gar nicht die ganze Wahrheit erz\u00e4hlen. Ich kann ihm nicht verraten, dass ich genug davon habe, \u00fcber die hundertste Tarifrunde der IG Metall zu schreiben. Dass ich eine Pause brauche. Dass ich mich immer noch von einer Scheidung erhole. Und dass mir langweilig war. Und mitten in dieser Langeweile h\u00f6rte ich pl\u00f6tzlich von meiner alten Schulfreundin Anke. Sie kontaktierte mich \u00fcber Facebook und schrieb mir von der Ranch und dass sie mit einem Kanadier ihr Gl\u00fcck gefunden habe. Ich fand das unglaublich romantisch. Seither tr\u00e4umte ich vom Leben in der kanadischen Weite, von starken M\u00e4nnern und vom Leben in der Natur und mit Tieren. Ich sehnte mich nach Freiheit und Abenteuer und verband das alles mit Kanada. Aber das klang so furchtbar abgedroschen, dass ich mich fast daf\u00fcr sch\u00e4mte.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb verheimlichte ich diese Sehns\u00fcchte vor meinen Freunden, Bekannten, Geschwistern und den Arbeitskollegen in Deutschland. Erst recht meiner Chefin, die mir einen unbezahlten Urlaub von drei Monaten genehmigt hat. Offiziell hat mich Anke zu einem Besuch eingeladen. Punkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Version bekommt nun auch Jake zu h\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbUnd ich will reiten lernen\u00ab, f\u00fcge ich hinzu. Das ist mir gerade eingefallen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWas, Sie k\u00f6nnen nicht reiten?\u00ab Jake sieht mich fassungslos an.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbNa und? Sie k\u00f6nnen ja zum Beispiel auch nicht&nbsp;\u2026 Badminton spielen, oder?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWenn Sie hierbleiben wollen, geht es nicht ohne Reiten.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWer sagt denn, dass ich hierbleiben will?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbAlle deutsche M\u00e4\u2026 \u00e4hm, Frauen, die hierherkommen, wollen nicht wieder weg. Denken Sie nur, wie es Anke erging! Die ist hier h\u00e4ngengeblieben. Viele Deutsche haben in Kanada ihr Herz verloren. Das kann auch Ihnen passieren.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWohl eher nicht. Ich habe eine Karriere in Deutschland und eine Eigentumswohnung.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbSie haben ein Condo? Sie besitzen kein Land?\u00ab Jake ist nicht beeindruckt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbN\u00f6, aber ich hab einen Balkon.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbEinen Balkon, sieh mal an. Wissen Sie, wie gro\u00df die Ranch von Anke und Carl ist? 37 Hektar.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe keine Ahnung, wie gro\u00df 37 Hektar sind, aber Jake hilft mir. \u00bbWenn Sie die Grenze des Grundst\u00fccks ablaufen, dann brauchen Sie etwa eine Stunde.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin beeindruckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Jake sieht so stolz aus, als geh\u00f6re ihm das Land pers\u00f6nlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Als er mir er\u00f6ffnet, dass er vorhat, auf dem Rodeo in Williams Lake einen Stier zu reiten, kommt mir Gails Webseite in den Sinn. Mir wird ganz mulmig. Gail hat mich \u00fcberredet, Video-Portr\u00e4ts von kanadischen M\u00e4nnern f\u00fcr ihre Webseite zu filmen. Nicht von irgendwelchen M\u00e4nnern, sondern von Junggesellen. Damit will sie ein weibliches Publikum f\u00fcr ihre alternativen Reisen anlocken. \u00bbDie sehen dann diese Naturburschen und kaufen die Reisen bei mir\u00ab, hatte sie mir erkl\u00e4rt. Ich dachte damals, warum nicht, so kann ich ungezwungen M\u00e4nner kennenlernen (was beweist, wie leicht man solche Ideen sich selbst gegen\u00fcber rechtfertigen kann).<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDas wird ein Riesenspa\u00df\u00ab, hatte Gail, deren Lieblingswort \u00bbFUN\u00ab ist, bekr\u00e4ftigt. \u00bbUnd du bekommst meine selbstgemachten Seifen und Gesichtscremes kostenlos.\u00ab Das nenne ich ein Angebot. Gail stellt ihre Natur-Kosmetik ohne Tierversuche her, was mich als Tierfreundin besonders beeindruckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur hier, in Kanada, sieht die Sache nicht mehr so nach FUN aus. Worauf habe ich mich da nur eingelassen?<\/p>\n\n\n\n<p>Im Radio singt jemand \u00bbDance with me\u00ab, so schnulzig, als gelte es einen Eisberg zu schmelzen, und Jake singt mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Mir kommt die Fahrt wie eine Ewigkeit vor. Geb\u00fcsch links und Geb\u00fcsch rechts, dahinter Wald und nochmals Wald. Gerade abwechslungsreich ist das nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Jake h\u00e4lt kurz an, damit ich endlich den lauwarmen Kaffee trinken kann, ohne ihn \u00fcber meine Hose zu sch\u00fctten, und dann geht\u2019s wieder mit Gerumpel weiter, als ob wir in einer Waschmaschine s\u00e4\u00dfen. Irgendwann entfaltet der Kaffee seine Wirkung, und ich sage Jake, ich m\u00fcsse mal raus, um mir die Nase zu pudern. Es dauert eine Weile, bis er versteht, was ich meine.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbGehen Sie nicht zu weit\u00ab, ruft er, als ich mich dem Geb\u00fcsch n\u00e4here, aber das braucht er mir nicht zweimal zu sagen. Wenn nur kein B\u00e4r in der N\u00e4he ist! Der riecht doch bestimmt den blutigen Hirschr\u00fccken!<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich rasch zum Pick-up zur\u00fcckkehre, ist Jakes Stirn umw\u00f6lkt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWas ist?\u00ab, frage ich.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbOh, nichts\u00ab, sagt er und startet den Motor.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer halben Stunde schaue ich auf die Uhr. Noch etwa vierzig Minuten zur Ranch, sch\u00e4tze ich.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Pick-up kommt pl\u00f6tzlich zum Stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jake versucht den Motor in Gang zu bringen. Aber der springt nicht an.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbOh well\u00ab, sagt Jake, und sein Grinsen ist nicht mehr so frech. \u00bbDas war\u2019s wohl.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbSind wir schon da?\u00ab, frage ich hoffnungsvoll wider besseres Wissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jake \u00f6ffnet die T\u00fcr. \u00bbDas Benzin ist alle, und ich habe den Reservekanister vergessen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Es dauert eine Weile, bis der Inhalt der Botschaft bei mir ankommt. Aber dann fasse ich mich schnell. \u00bbWir k\u00f6nnen doch mit dem Handy die Ranch anrufen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbKein Empfang hier, meine Teure, wir sind in der Wildnis. Oder sehen Sie irgendwo einen Sendemast?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Jake macht sich auf der Ladefl\u00e4che zu schaffen. Ich steige aus. Unbegreiflich, dass man in dieser menschenleeren Gegend einfach einen Benzinkanister vergessen kann!<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWas machen wir nun?\u00ab, rufe ich.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWir fahren mit dem Quad.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbMit was?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Jake zeigt auf eine Art Motorrad mit vier R\u00e4dern, dem ich bislang noch keine Beachtung geschenkt habe. Es ist blutbeschmiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die folgenden drei\u00dfig Minuten w\u00fcrde ich am liebsten aus meinem Ged\u00e4chtnis streichen. Nur so viel: Jake gelingt es, den Hirsch von der Ladefl\u00e4che zu schieben, das Quad \u00fcber eine Rampe abzuladen und den Tierkadaver wieder auf den Pick-up zu werfen. Dann will er, dass ich mich auf das schmutzige Gel\u00e4ndefahrzeug setze. Ich lehne entsetzt ab.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbSie k\u00f6nnen auch hier warten\u00ab, sagt Jake, \u00bbaber ich wei\u00df nicht, wie lange es dauern wird, bis jemand kommt.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Aussicht ist noch schlimmer als der blutverschmierte Sitz auf dem Quad. \u00bbIch hole noch rasch meine Kamera raus und meinen Schmuck und&nbsp;\u2013\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDas lassen wir mal sch\u00f6n hier\u00ab, sagt Jake. \u00bbWer soll das denn Ihrer Meinung nach klauen? Wie vielen Autos sind wir bislang begegnet? Wissen Sie, worum Sie sich sorgen sollten? Dass uns ein B\u00e4r den Hirsch klaut!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbUns? Ich kann mich nicht erinnern, dieses arme Tier totgeschossen zu haben\u00ab, belle ich zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbUnd die armen Tiere in den europ\u00e4ischen Schlachth\u00f6fen? Dieser Hirsch hatte wenigstens ein sch\u00f6nes Leben, bevor er starb.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Jake holt einen Lappen aus dem Pick-up und wischt energisch \u00fcber die Sitzfl\u00e4che des Quad. \u00bbSo, sauberer wird\u2019s nicht. Springen Sie auf, Mylady.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Ich nehme Platz, kann mir aber eine Frage nicht verkneifen: \u00bbSind die Autot\u00fcren abgeschlossen?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Jake grinst schon wieder. Diese Kanadier sind wirklich nicht aus der Ruhe zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbFast so gut wie die Tresore der Frankfurter Banken\u00ab, sagt er. \u00bbHalten Sie sich richtig fest?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Was hei\u00dft schon richtig auf einem Vehikel, das jede Delle, jede Erhebung, jede Wurzel, jeden Steinbrocken als Fahrspur nimmt? Zu sp\u00e4t schie\u00dft mir der Gedanke durch den Kopf, dass wir beide keinen Helm tragen. Aber denken ist auf dem Quad ohnehin nicht m\u00f6glich, es geht nur noch darum, nicht abgeworfen zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Jake scheint die ganze Sache Spa\u00df zu machen, der f\u00fchlt sich bestimmt, als reite er auf einem wildgewordenen Stier. So kommt mir die Fahrt auch vor. Zu allem \u00dcbel f\u00e4ngt es auch noch an zu regnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich will nur noch nach Hause, wo immer das ist.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWir nehmen eine Abk\u00fcrzung\u00ab, ruft Jake pl\u00f6tzlich, und schon rumpeln wir querfeldein, schlagen Breschen ins Geb\u00fcsch, w\u00e4hrend mir Zweige ins Gesicht peitschen, und durchqueren morastige Wiesen. Schlamm und Erde spritzen an meinen Jeans hoch.<\/p>\n\n\n\n<p>J\u00e4h \u00f6ffnet sich eine gro\u00dfe Lichtung. Ich sehe ein Blockhaus, daneben einen Stall mit Maschinen davor und ein Geviert voller schwarz-wei\u00dfer Rinder. Eine Gruppe Pferde steht Heu fressend unter Tannen&nbsp;\u2013 und da ist auch das Lama, von dem mir Anke erz\u00e4hlt hat. Enten, H\u00fchner und Kaninchen verscheuchend, rumpelt das Quad \u00fcber wacklige Holzlatten, die wohl eine improvisierte Br\u00fccke \u00fcber einem sprudelnden Bach darstellen sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Endlich kommt das Quad zum Stehen. Ein Hund bellt. Ich kann kaum meine Finger von den seitlichen B\u00fcgeln l\u00f6sen, an denen ich mich festgehalten habe. Wasser rinnt mir \u00fcber die Stirn ins Gesicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich sehe mich um. Das ist Ankes Ranch? Irgendwie habe ich mir alles&nbsp;\u2026 idyllischer vorgestellt. Es wirkt so&nbsp;\u2026 unordentlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Frau tritt aus der T\u00fcr und kommt die Treppe herunter. Ich erkenne sie kaum wieder nach all den Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDu lieber Himmel, wie siehst du denn aus?\u00ab, fragt Anke.<\/p>\n\n\n\n<p>Jake hat recht, sie ist wirklich sehr direkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich versuche zu l\u00e4cheln. \u00bbMeine Wimperntusche ist wasserl\u00f6slich.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbIch hoffe, deine Schuhe sind es nicht.\u00ab Anke lacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich sehe an mir herunter. Meine Turnschuhe stecken tief im weichen Erdboden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbIch hab bestimmt ein Paar Gummistiefel f\u00fcr dich\u00ab, sagt sie und umarmt mich. \u00bbWillkommen in Kanada! Du bist ja schon auf einem Quad gefahren. Ist das nicht toll?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Ich blicke zu Jake, der wieder mal unversch\u00e4mt grinst, obwohl er kein Wort versteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schlucke leer.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbSure\u00ab, sage ich.<\/p>\n\n\n\n<p>(Copyright @ Ullstein Verlage)<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"666\" height=\"1000\" src=\"https:\/\/www.bernadettecalonego.com\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/OhWieSchonIstKanada-1000.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1469\" srcset=\"https:\/\/www.bernadettecalonego.com\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/OhWieSchonIstKanada-1000.jpg 666w, https:\/\/www.bernadettecalonego.com\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/OhWieSchonIstKanada-1000-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 666px) 100vw, 666px\" \/><\/figure><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erstes Kapitel des Buches \u201cOh, wie sch\u00f6n ist Kanada!\u201d von Bernadette Calonego Copyright Ullstein Buchverlage 2011 \u00bbDas ist Kanada, nicht der Kongo!\u00ab W\u00e4re ich nicht so aufgebracht, w\u00fcrde ich den Mann vor mir gr\u00fcndlich abtasten. Er muss ein Trugbild sein. Wenn ich ihn mit meinen Fingern ber\u00fchre, wird er sich <a class=\"read-more-link\" href=\"https:\/\/www.bernadettecalonego.com\/de\/bucher\/oh-wie-schon-ist-kanada\/auszug-oh-wie-schon-ist-kanada\/\">   Lesen Sie weiter<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":26,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-232","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bernadettecalonego.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/232","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bernadettecalonego.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bernadettecalonego.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernadettecalonego.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernadettecalonego.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=232"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.bernadettecalonego.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/232\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1729,"href":"https:\/\/www.bernadettecalonego.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/232\/revisions\/1729"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernadettecalonego.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/26"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bernadettecalonego.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=232"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}