{"id":238,"date":"2019-01-14T17:26:14","date_gmt":"2019-01-15T01:26:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernadettecalonego.com\/de\/?page_id=238"},"modified":"2019-02-08T17:28:26","modified_gmt":"2019-02-09T01:28:26","slug":"interview-mit-dem-dkg-journal","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.bernadettecalonego.com\/de\/interviews\/interview-mit-dem-dkg-journal\/","title":{"rendered":"Interview mit dem DKG-Journal"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Zehen im Whisky und Rattenschw\u00e4nze \u2013 neue Perspektiven auf unser Partnerland Kanada <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Interview der Deutsch-Kanadischen Gesellschaft mit Bernadette Calonego\u00fcber ihr neues Buch <strong>\u201eOh, wie sch\u00f6n ist Kanada! \u2013 Leben unterm  Ahornblatt\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Interview f\u00fchrte Stefan Endres im Herbst 2011.<\/p>\n\n\n\n<p>DKG-Journal:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vielen Dank f\u00fcr die mehrfache Erw\u00e4hnung der Deutsch-Kanadischen Gesellschaft in Ihrem neuen Buch.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Bernadette Calonego:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Gerne geschehen. Die DKG ist f\u00fcr mich eines der Bindeglieder nach Deutschland.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Zum einen finde ich das DKG-Journal au\u00dferordentlich informativ und spannend zu lesen. Es interessiert mich zum Beispiel, wie Deutsche Kanada sehen und welche Erfahrungen sie dort machen. Durch DKG-Mitglieder erhalte ich auch immer wieder interessante und n\u00fctzliche Kontakte. So hat mich etwa Udo Voigtl\u00e4nder aus M\u00fcnchen mit Deutschen bekannt gemacht, die nach Vancouver ausgewandert sind.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Seit wie vielen Jahren leben Sie schon in Kanada?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Es sind nun zw\u00f6lf Jahre. Mir gef\u00e4llt es hier, ich bin kanadisch-schweizerische<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Doppelb\u00fcrgerin, und Kanada ist mir ans Herz gewachsen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was an Ihnen ist w\u00e4hrend Ihrer Zeit in Kanada \u201ekanadischer\u201c geworden, was \u201eeurop\u00e4ischer\u201c?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich glaube, die Gelassenheit und Freundlichkeit der Kanadier hat ein bisschen auf mich abgef\u00e4rbt \u2013 wenigstens hoffe ich das!&nbsp; Ich bin vielleicht auch diplomatischer geworden und nicht mehr so direkt und unverbl\u00fcmt wie am Anfang.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich merke aber, dass westeurop\u00e4ische Werte wie Demokratie f\u00fcr B\u00fcrger oder Umwelt- und Tierschutz einen gro\u00dfen Stellenwert f\u00fcr mich haben. Ich denke, da gibt es noch Aufholbedarf in Kanada.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie hat sich in den letzten Jahren das Bild der Kanadier von den Deutschen ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich kann mich lebhaft erinnern, dass man mir bei meiner Ankunft in Kanada sagte, in den H\u00e4usern mit Gartenz\u00e4unen ums Grundst\u00fcck herum lebten ganz sicher Deutsche, da k\u00f6nne man Gift darauf nehmen. Kanadier w\u00fcrden sowas nicht machen. Das war nat\u00fcrlich ein Vorurteil: Man sah die Deutschen vor allem als eher sture Menschen, denen Ordnung, strenge Regeln und P\u00fcnktlichkeit wichtig war. Wenn sich Deutsche \u00fcber Kandier aufregten, bekamen sie schnell das Image des \u201eangry German\u201c, des w\u00fctenden Deutschen. Aber vor allem durch Medienberichte sickert zunehmend ein positiveres Bild durch: Berlin wird als aufregende, farbige Metropole im Aufbruch gesehen, deutsche Ideen im Technologiebereich finden gro\u00dfe Aufmerksamkeit, deutsche Autos werden ohnehin wegen ihrer Qualit\u00e4t und Zuverl\u00e4ssigkeit bewundert,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>und auch deutsches Design von M\u00f6beln, Geschirr oder Kleidern kommt hier sehr gut an. Man kann sagen: Deutschland ist \u201ein\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum haben Sie ausgerechnet&nbsp;<\/strong><em><strong>jetzt&nbsp;<\/strong><\/em><strong>\u201eOh, wie sch\u00f6n ist Kanada! \u2013 Leben unterm Ahornblatt\u201c verfasst?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Ullstein-Verlag ist an mich herangetreten und fragte mich, ob ich dieses Buch schreiben wolle. Es ist Teil einer erfolgreichen Serie \u00fcber alle m\u00f6glichen L\u00e4nder, die Autoren sind meist Auslandskorrespondenten deutscher Zeitungen<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein Faden durch die 264 Seiten sind die kanadischen M\u00e4nner: Bitte basteln Sie unsern Lesern, oder besser Leserinnen, mal den perfekten transatlantischen Mann \u2013 drei Teile kanadisch, drei Teile deutsch!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Entspannt, hilfsbereit, optimistisch als kanadische Eigenschaften.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Unternehmerisch, politisch interessiert, entscheidungsfreudig als deutsche Eigenschaften.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Steckt viel magischer Realismus zwischen den Zeilen oder kann man Ihr Buch als Reisef\u00fchrer durch Kanada nehmen, um dann auch die Hauptcharaktere kennen zu lernen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Als Reisef\u00fchrer bestimmt! Diese Reisen habe ich ja tats\u00e4chlich unternommen, und wer in meinen Fu\u00dfstapfen reist, wird dieselben Orte und \u00e4hnliche Menschen antreffen. Auf einen Eisbrecher der kanadischen K\u00fcstenwache schaffen es vielleicht nur Auslandskorrespondenten, aber es gibt andere Schiffe, die durch die Nordwestpassage fahren. Ein deutschsprechender Kanadier, der auch viel herumgekommen ist und mein Buch gelesen hat, sagte mir k\u00fcrzlich: \u201eGenau solche Typen wie in Ihrem Buch habe ich auch angetroffen! Die sind wirklich so.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich habe nat\u00fcrlich aus Gr\u00fcnden des Personenschutzes einige Details ge\u00e4ndert oder Dinge verfremdet.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ihre allergeheimsten Geheimtipps lassen wir mal au\u00dfer Acht, aber welchen Ort \u201eoff the beaten track\u201c sollten wir bei unserem n\u00e4chsten Kanada-Aufenthalt alle mal besuchen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich finde, die ostkanadische Insel Neufundland ist immer noch ein Geheimtipp f\u00fcr viele Europ\u00e4er. Ich traf dort im vergangenen September junge Schweizer an, die begeistert waren und sagten, es sei schade, dass Neufundland so wenig bekannt sei. Vielleicht ist das aber gerade gut, dann kann man ein wenig bereistes St\u00fcck Kanada auf eigene Faust entdecken. Die Menschen dort sind enorm freundlich und die wilde Landschaft sehr eindr\u00fccklich. Und wo gibt es schon Ortsnamen wie Dildo oder Cupids oder Heart`s Delight?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>In Ihrem Buch gibt es eine ganze Reihe davon: Welche drei Mutproben bzw. Initiationsriten m\u00fcssen wir denn dann auf jeden Fall bestehen, um \u201eEhren-Kanadier\u201c zu werden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>In Dawson City im Yukon muss man einen Whisky mit einer mumifizierten menschliche Zehe darin austrinken, bis die Lippen die Zehe ber\u00fchren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>In Neufundland muss man einen Kabeljau k\u00fcssen, einen Satz im Newfie-Dialekt nachsprechen und einen Jig tanzen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und in den Northwest Territories muss man von einer gebratenen Bisamratte kosten. Ein Tipp: Der knusprige Schwanz ist das beste St\u00fcck!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vielen Dank f\u00fcr dieses Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zehen im Whisky und Rattenschw\u00e4nze \u2013 neue Perspektiven auf unser Partnerland Kanada Interview der Deutsch-Kanadischen Gesellschaft mit Bernadette Calonego\u00fcber ihr neues Buch \u201eOh, wie sch\u00f6n ist Kanada! \u2013 Leben unterm Ahornblatt\u201c Das Interview f\u00fchrte Stefan Endres im Herbst 2011. 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