Sommer in Neufundland

Während viele Leute in Europa über die Hitzewelle klagen, ist der Sommer in Neufundland sehr angenehm, falls man auch ab und zu kühle Regentage akzeptiert. Hitze ist nichts für mich (ich würde mich selbst in Saunas unwohl fühlen), ich bin eine “nördliche” Person geworden.

Ich habe mich auch mit dem häufigen Wind ein bisschen ausgesöhnt, weil er die Mücken fernhält. Ich möchte nicht ständig mit einem Gesichtsnetz wandern müssen. Zu meinem Leben im Norden Neufundlands gehört der ständige Kleiderwechsel bzw. Kleider ausziehen und wärmere (oder kühlere) Schichten anziehen. Zwiebellook ist angesagt.

In diesem Jahr habe ich mich gewundert, wie sich die politische Lage auf den Tourismus hier auswirken wird. Werden uns die Amerikaner besuchen, nachdem so viele Kanadier (aus guten Gründen) den Vereinigten Staaten fernbleiben? Es ist Ende Juli und die Bilanz ist bisher positiv. Amerikaner kommen immer noch, und viele Kanadier reisen jetzt im eigenen Land umher.

Bald werden Freunde aus der Schweiz hier eintreffen, und ich kann es nicht erwarten, ihnen die wilde Schönheit der Gegend zu zeigen. Es gibt nicht viele Museen hier, dafür vor allem Natur. Und freundliche Menschen. Der Kontrast zur Schweiz wird für meine Freunde faszinierend sein, denke ich.

Für meinen Lieblingsfischer bedeutet der Sommer vor allem harte Arbeit. Heute ist er um vier Uhr morgens aufgestanden und ich erwarte ihn nicht vor dem späten Abend zurück. Der Kabeljau, den er gerade fischt, ist wieder reichlich vorhanden. Er muss aber aufpassen, nicht das kleine Boot zu überladen und zu kentern.

Nicht nur auf dem Ozean kann es schwere Unfälle geben. Ein junger Mann kam kürzlich um, als er mit seinem Sea-Doo auf einem kleinen See auf einen Steinbrocken unter der Wasseroberfläche prallte. Sein Tod hat die Einheimischen sehr erschüttert. Schnelle Maschinen aller Art sind ein beliebter Zeitvertreib hier.

Nächstes Mal werde ich euch erzählen, was ich alles mit meinen Freunden unternommen habe. Um mehr aus meinem Leben im Norden Neufundlands zu erfahren, könnt ihr auch meinen “Brief aus Kanada” abonnieren. Auf der Startseite scrollt ihr nach unten zu einem Knopf, den ihr drückt, um meine E-Mails zu erhalten. Ihr könnt euch jederzeit abmelden.