Der Eisberg-Pfad

Wie ihr wahrscheinlich bereits wisst, kommen die meisten Touristen in unsere abgelegene Gegend im Norden Neufundlands, weil sie den Ort sehen möchten, an dem die Wikinger vor rund1000 Jahren als erste Europäer den Fuß auf den nordamerikanischen Kontinent setzten.

Sie besuchen das Museum in L’Anse aux Meadows, die offizielle National Historic Site, wo man an Führungen teilnehmen kann. Oder sie gehen zu Norstead, etwa zwei Kilometer entfernt. Norstead ist ein nachgebauter Wikingerhafen mit mehreren Gebäuden, in denen sich Einheimische als Wikinger verkleiden und über das Leben vor tausend Jahren berichten.

David und Carol sind zwei der Darsteller, Carol liest auch Runen für Touristen, David bietet Schnitzereien an. Zahlreiche Kreuzfahrtschiffe landen in L’Anse aux Meadows und dann schwärmen Hunderte von Besuchern aus, um mehr über die Wikinger in Kanada zu erfahren.

In unserer Gegend gibt es jetzt aber eine weitere großartige Attraktion: den Iceberg Trail. Das ist ein gut ausgebauter Pfad der Küste entlang, von dem aus man eine atemberaubende Sicht auf den Ozean, Inseln, Klippen, die Tundra, kleine Fischerdörfer und schöne Buchten hat.

In den vergangenen vier Jahren wurden neue Etappen gebaut, und ich bin ganz begeistert. Auf dem Pfad erreicht man Küstenabschnitte, die vorher nur schwer zugänglich waren. Manchmal kann ich mein Glück nicht fassen, dass dieser Wanderweg nicht weit von Noddy Bay ist, wo ich lebe. Eine der Etappen beginnt gleich hinter meinem Haus.

In diesem Sommer haben die Arbeiter eine neue Etappe fertiggestellt, die ich natürlich sofort erwandern musste. So einen Pfad zu bauen, ist harte Arbeit, aber eine, die sich lohnt. Zu Fuß sieht man so viel mehr von der Landschaft als vom Auto aus.

Manchmal kann ich meinen Lieblingsfischer überreden, mitzukommen, wenn er nicht auf den Ozean rauskann, weil es zu stark windet. Oder ich gehe mit einer Freundin, oder mit dem Nachbarshund, der natürlich noch so gern mitkommt.

P.S. Mein neuer Calista-Gates-Krimi “Bitterkälte” ist gerade von meinen Testleserinnen und -lesern begutachtet und analysiert worden. Ich bin daran, ihre Rückmeldungen auszuwerten. Bald geht er ins Lektorat von Gisa Marehn. Das Taschenbuch kommt im Januar heraus, das E-Book Anfang Februar. (Wenn ihr solche Neuigkeiten als erste erhalten wollt, dann meldet euch doch für meinen “Brief aus Kanada” auf der Homepage dieser Webseite an. Einfach E-Mail-Knopf drücken).